Loading

Regionale Superfoods: Nicht nur gesund, auch wahre Weltretter

Rückblick: Hätten Sie vor 20 Jahren eine Freundin gefragt, was ein Superfood ist, hätte diese vermutlich den Kopf geschüttelt und gesagt “Hab ich noch nie gehört!”. Nun sind die Superfoods nicht mehr wegzudenken.

Wir stürzen uns im Glauben an die „Allheilkraft“ dieser Nahrungsmittel auf Acai, Goji, Moringa, Spirulina, Chlorella und so weiter. Dabei lassen wir uns das ganz schön was kosten. Am Ende zahlen wir für die Produkte nicht selten zwischen 6 €- 20 €. Die Menge die wir dafür kriegen, ist allerdings verschwindend gering.

Da keimte in der amapur Redaktion die Frage auf: Sind unsere heimischen Bodenschätze nicht genauso gut? Die Antwort: Sie sind nicht nur oft besser, sondern auch wahre Weltretter……


Wann wird aus einem Nahrungsmittel, ein Superfood? 

Tatsächlich ist Vorsicht beim Definieren geboten. Nicht einmal das europäische Lebensmittel Informationszentrum (EUFIC) hat hier eine allgemein passende Definition parat.

Hier unser Versuch einer möglichst exakten Beschreibung eines Superfoods (auf Basis verschiedenster aktueller Quellen):

In dem Moment, in dem uns ein Nahrungsmittel einen gesundheitlichen oder optischen Effekt verschafft nennen wir es Superfood. Die Superfoods liefern uns gesundheitliche sowie optische Vorteile, da sie eine, für den Menschen relevante, Menge verschiedener Mikronährstoffe enthalten. Das sind zum Beispiel Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, bestimmte Fettsäuren, bestimmte Aminosäuren sowie Antioxidantien.

Vor allem letzteres rückt beim Thema Superfood in den Focus. Antioxidantien wie Carotinoide, Polyphenole, Flavonoide und Antocyane, sollen uns nicht nur gesund, sondern auch schön machen. Also für die “Schönheit, die von Innen kommt”.

Schauen Sie sich manche Definitionen der Superfoods an, die man online findet, scheint es diese Nahrungsmittel nur in Ländern jenseits unserer regionalen Grenzen zu geben. Aber das ist weit gefehlt!

amapur I Blog Superfoods exotisch
Vielfalt exotischer Superfoods

Warum sind unsere heimischen Foods mehr als nur super?

Beginnen wir einmal mit dem Direktvergleich der Inhaltsstoffe. In den meisten Fällen stehen nämlich regionale Gewächse den Exoten in nichts nach!

Vitamin C Lieferanten, empfohlene Tagesdosis 100 mg: Gojibeere vs. schwarze Johannisbeere:

Gojibeeren (getrocknet), 100 g:

  • 88,5 mg bei 340 kcal

schwarze Johannisbeere, 100 g:

  • 177 mg bei 40kcal

Ergebnis: Die schwarze Johannisbeere hat nicht nur mehr Vitamin C, sondern auch viel weniger Kalorien. Dazu erhalten wir Gojis fast nur in getrockeneter Form. Das bedeutet hohe Verarbeitung und zusätzliche 26 Gramm Zucker pro 100 Gramm!

Lieferanten der Omega-3-Fettsäuren, empfohlene Tagesdosis 300 mg: Leinsamen vs. Chiasamen:

Chiasamen, 10 g

  • 300 mg bei 48,6 kcal

Leinsamen, 10 g

  • 400 mg bei 37,2 kcal

Auch hier siegt der heimische Leinsame. Wir bekommen mehr des guten Nährstoffs, für weniger Kalorien. Dazu weisen Chiasamen inzwischen eine höhere Pestizidbelastung als Leinsamen auf.

Lieferanten der Anthocyane (Familie der Antioxidantien), empfohlene Tagesdosis 240 g: Acai vs. Heidelbeere:

Acai (Pulver), 10 g:

Heidelbeeren, 100 g:

  • Anteil umstritten, da meist nicht als frische Beere erhältlich
  • Vermutlich 100 mg bei 54,9 kcal
  • 515 mg bei 40 kcal

Noch einmal liegt die Heimat vorn. Wir erhalten Acai meist, lediglich in Pulverform. Diese hohe Verarbeitung bringt mit sich, dass wir nicht wissen inwiefern die enthaltenen Stoffe noch biologisch verwertbar sind. Dazu kommt, dass wir niemals soviel Pulver zu uns nehmen als frische Frucht.

Gerade da sich unsere Heidelbeeren als besonderes „regionales Superfood“ erwiesen haben, wollen wir unbedingt mehr davon. Zum Beispiel als üppiges Topping zu unseren leckeren Protein-Pancakes:

Noch mehr Vergleich gefällig? Dann schnuppern Sie einmal in diesen Bericht der Verbraucherzentrale: Superfood: Diese Alternativen sind gesund und günstig

Was haben wir bisher also herausfinden können?:

  • Superfoods der Heimat liefern oft sogar mehr Mikronährstoffe (alias „Supernährstoffe“), bei weniger Kalorien.
  • regionale Superfoods kommen (wenn Bio) mit weniger Pestiziden aus.
  • unsere Superfoods sind unbehandelt und unverarbeitet erhältlich. Sie glänzen so, mit 100 % verwertbaren Mikronährstoffen.
amapur I Blog Heimatobst
die Vielfalt regionaler Beeren

Außer Beeren und Leinsamen haben auch die folgenden einheimischen Gewächse den Titel „regionales Superfood“ zu 100% verdient (und das sind nur weitere Beispiele!).

weitere regionale Superfoods:

  • Steckrübe 
  • Pastinake  
  • Kartoffel 
  • Knoblauch  
  • Rotkohl
  • Grünkohl 
  • Kürbis
  • Alte Sorten Apfel (Braeburn, Boskoop)
  • Brokkoli
  • grüne Bohnen
  • Kirschen
  • Rote Beete
  • Spinat  
  • Rote Trauben 

Alles in allem können unsere Superfoods den Exoten nicht nur das Wasser reichen, sondern stellen sie sogar in den Schatten. Dazu sind die Heimatalternativen bis zu 5 x günstiger.

Was macht regionale Superfoods zu Weltrettern?

Es ist nicht zu übersehen, dass exotische Superfoods stets von sehr weit her kommen. Da nehmen sich Schiffsfracht und Flugobst nicht sehr viel. Im einen Falle werden die Meere durch auslaufende Öltanks belastet, im anderen Fall belastet Kerosin die Luft. Logische Schlussfolgerung: Nutzen wir die heimische Ernte, leisten wir einen großen Beitrag zum Natur- und Klimaschutz.

Regionale Superfoods werden aber erst zu wahren Weltrettern, wenn wir sie zum einen Bio und zum anderen in der Saison kaufen, in der wir diese auch natürlich ernten können. Regional & Saisonal ist hier das Stichwort. Ist das der Fall, profitieren nicht nur Sie, sondern auch Mutter Erde dankt es Ihnen…..

….durch diese Vorteile:

  • Verzicht der Umweltbelastung durch Schiffs-und Flugverkehr
  • Reduzierung der Düngemittel auf das Nötigste
  • Verzicht der Luftbelastung durch Treibhausgase
  • Reduzierung oder Verzicht auf Pestizide
  • Reduzierung des Plastikeinsatz (Verschweißung/Haltbarkeit)

Na? Super sowie heldenhaft genug, um jetzt getrost im Supermarkt oder im Bioladen nach Heimatgewächsen zu forschen? Gut so.

Aber wer gefallen an den exotischen Fruits & Nuts gefunden hat, der soll diese natürlich weiter genießen. Unser Fazit zeigt, was wir ganz unabhängig von den bisherigen Fakten denken.

Unser Fazit

Und die Moral von der Geschicht‘? Vergiss das Regionale & Saisonale nicht.

amapur I Blog regionales Gemüse
Vielfalt der Heimat

Selbstverständlich sind exotische Superfoods eine tolle Idee, um den eigenen Horizont in Sachen kochen zu erweitern. Auch wir kehren diesen Nahrungsmitteln nicht ganz den Rücken. Sie machen einfach jedes Gericht zur Augenweide und wecken die Neugier in uns.

Deshalb wollen wir unseren Speiseplan ab und an durch Goji und Co. ergänzen. Überwiegend möchten wir jedoch ‚Back to the Roots‘. Immer mit dem Blick darauf, welche Früchte die Saison gerade trägt.

Hier eine kleine Orientierungshilfe von uns, was im September genussbereit ist: Der Saion-Kalender als PDF für den Monat September. Selbstverständlich inklusive regionalem Superfood Rezept. Lassen Sie sich begeistern!

Hoffentlich konnten wir Ihnen heute einen neuen Blickwinkel auf die funkelnde Welt der Superfoods vermitteln. Wir freuen uns auf jede Anregung.


Viele unserer Fakten finden Sie auch im folgenden Video des hessischen Rundfunks wieder.

Erfahren Sie im Folgenden Artikel 10 Tipps zum dauerhaften Abnehmen. Unter anderem, zeigen wir, warum Sie hierzu ballaststoffreiches Gemüse und Obst unbedingt in Ihre Ernährung integrieren sollten. Hier geht es zum Artikel.

Leave a Reply

X
Diese Website benutzt Cookies. Wenn du die Website weiter nutzt, gehen wir von deinem Einverständnis aus.